? Denkanstöße für Dich und Deinen Hund von A – Z.

Heute E – wie ERSTE Frage für angehende Hundebesitzer_innen

In erster Linie richtet sich der Denkanstoß heute an die unter euch, die mit dem Gedanken spielen, sich einen Welpen anzuschaffen oder gerade völlig übermüdet diese Zeilen lesen, weil sie gerade von einem 10 Wochen alten Welpen Tag & Nacht wach gehalten werden.
Mein wichtigster Tipp in jedem Erstgespräch mit frischen Hunde-Eltern:
Stellt euch folgende Frage. Ihr und euer Hund in 5 Jahren – wie sieht euer Leben aus?
Die meisten sagen dann, dass sie mit ihrem Hund durch Wald und Wiesen spazieren möchten, dass er für sie da sein soll, dass sie zusammen Abenteuer erleben, aber auch ein ruhiges Leben in der Stadt verbringen möchten.
Das ist der Anfang eines Beratungs-Gesprächs, welches minimum 3 Stunden dauert.
Was den meisten Menschen nicht bewusst ist: Wir sind es, die unserem Hund dieses Leben mit der ersten Minute beibringen müssen.
Mit dem Hund über Wald und Wiesen streunen – der Hund soll also frei laufen, er soll kommen, wenn ich ihn rufe, er soll nicht jagen gehen, er soll mit mir Pause mache. Das sind alles Trainingsschritte, die den frisch gebackenen Hundeführer_innen klar sein müssen.
In der Stadt soll der Hund (natürlich auch frei) treu an eurer Seite laufen, U-Bahn, S-Bahn, Tram ohne Angst Seite an Seite mit euch nutzen und in der vollen Stadt mit Jogger_innen, Fahrrädern, Autos, LKW, fremden Menschen, die den Welpen permanent anfassen wollen – mit all diesen Dingen soll der Welpe klar kommen. Ohne Angst, ohne Scheu. Freudig. Nur mit einen Halstuch. Höchstens.
Er soll alleine bleiben können, im Büro 8 Stunden still unter dem Schreibtisch liegen, andere Hunde toll finden und natürlich mit euch reisen.
Das ist alles ohne Probleme möglich, WENN ihr es den Hunden beibringt. Von Anfang an! Keine Phase ist prägender als die ersten Wochen. Dort wird alles gefestigt, dort ist alles noch spannend, da verknüpfen sich Dinge, die ein Leben lang anhalten werden.
Hier eine Übersicht zu geben, sprengt jeden Rahmen. ABER, meine Erfahrung zeigt mir, wenn sich meine Kunden diese Frage stellen, kommt das erste große Schlucken. Ruhig bleiben, atmen.
Meine Antwort: Sucht euch gute Hundetrainer_innen, mit denen ihr in den ersten Wochen ein paar Trainings-Einheiten macht. Ihr müsst etwas über Führung lernen. Das ist das A und O. Besser könnt ihr euer Geld nicht anlegen. Ihr kauft ja eh den halben Fressnapf leer. Also, ein teures Hundeaccessoire weniger und lieber einmal klar gemacht bekommen, welche Hausaufgaben anstehen. 1 Woche Training in der Prägephase des Welpen ersetzt (oft) jahrelanges Training, weil sich Verhaltensweisen verfestigt haben, die schwer löschbar sind.

Also, passt auf die Anfänge auf. Ihr lebt 10 – 15 Jahre mit eurem Hund, was ist da schon ein bisschen Training in der Zeit, auf die es am meisten ankommt??