? Denkanstöße für Dich und Deinen Hund von A-Z

Heute A wie Auslastung.

Blicken wir aus Sicht unserer Hunde einmal auf unseren Alltag. Wir schlafen 7-8 Stunden, gehen 8 Stunden arbeiten, müssen einkaufen, aufräumen, unser Sozialleben pflegen und und und… Unsere Hunde haben heutzutage eine Hauptaufgabe: Auf uns warten.

An manchen Tagen reicht es dann nur für eine Runde, um den Block, weil wir nach der Arbeit gerne noch ins Kino wollen. Für unsere Hunde heißt es dann nach kurzer Bewegung in einer wenig spannenden, weil gewohnten Umgebung: wieder warten.

Meine Arbeit zeigt mir, dass unser oft vollgepackter Alltag zu einem völlig logischem Verhalten bei unseren Hunden führt: Sie suchen sich eine Beschäftigung. Das kann die Couch sein, die angeknabbert wird, das ständige Hinterherlaufen in der Wohnung, im Freilauf übermäßiger Bewegung nachzugehen („Jagen macht Spaß“) oder die Wohnung zu bewachen („Hallo Postbote“).

Unsere Hunde brauchen Bewegung. Bewegung baut Stress ab. Bewegung stärkt das Immunsystem. Gemeinsame Bewegung ist der ideale Zeitraum zur Stärkung der Hund-Mensch-Beziehung.

Was tun wir: Wir gehen mit unseren Hunden durch völlig überfüllte Straßen auf engen Bürgersteigen, wo alle 100 Meter mit viel Glück ein Baum steht. Und während wir darauf warten, dass unsere Hunde ihr Geschäft machen, gucken wir aufs Handy. Großstädte und unsere vermeintlich zu knappe Zeit sind eine Herausforderung für das Zusammenleben mit einem Hund.

Mein Denkanstoß für Euch:
Versucht mit Eurem Hund mindestens 2x die Woche in die Natur zu fahren. Wenn ihr kein Auto habt, nehmt die S-Bahn, sie bringt euch an tolle Ziele, wo ihr viel Platz, Wiesen und Wälder habt. Berlin ist mit großen Parks gesegnet – wenn keine Freilauf erlaubt ist oder euer Hund nicht freilaufen kann: Schleppleine an den Hund und Bewegungsraum vergrößern. Wenn ihr Tipps für schöne Orte braucht, schreibt mich an.
Es wird sich positiv auf euer Training mit eurem Hund auswirken, wenn er sich auch nur 2x die Woche den Kopf freilaufen kann.

Für die restliche Zeit gilt: Überlegt euch, welche Dinge ihr in eurem Alltag sowieso tut und wie ihr euren Hund dabei einbinden könnt. Unsere Hunde haben sich „in der Vergangenheit“ ihr Futter erjagt – heute stellen wir es ihnen einfach vor die Nase. Lasst eure Hunde ihr Futter suchen – ja, geht auch, wenn man barft. Lasst eure Hunde Dinge für euch von A nach B tragen, Türen und Schubladen öffnen, seid kreativ – euch wird etwas einfallen. Stellt euch immer die Frage: Was macht eurem Hund Spaß? Das verknüpft ihr mit eurem Alltag. Ein Hund, der eine Aufgabe bekommt ist stärker an euch gebunden, als der Hund, mit dem 100x ein Rückruf-Training durchexerziert wird.

Zeigt uns Fotos und Videos von euren „Alltagshelfern“ und lasst uns gemeinsam Ideen sammeln. ?